Für diese und ähnliche Szenen bekam Nicolas Winding Refn für Drive den Preis als bester Regisseur in Cannes. Und zwar zu Recht.
Hollywood Stunt-Fahrer am Tag und Fahrer für die Mafia bei Nacht. Der Namenlose, gespielt von Ryan Gosling, lebt sein eigenes, abgeschiedenes Leben, bis er seiner Nachbarin Irene (Carey Mulligan) näher kommt und bei dem Versuch ihr zu Helfen in Schwierigkeiten gerät.
Die Besetzung von Drive ist hervorragend. Jede Rolle ist richtig gecastet und die Qualität der schauspielerischen Leistung ist weit über dem Durchschnitt.
Allen voran Ryan Gosling, als der Fahrer. Ruhig, höflich und nachdenklich wäre er der perfekte Schwiegersohn. Aber wehe es geht mal etwas schief, dann bricht die Gewalt mit einer Härte heraus, wie ich es selten gesehen habe.
Immer wieder gibt es unglaublich brutale Szenen. Sie sind schnell, ohne Effekte und realistisch. Davor und danach nichts als Stille. Dieser Kontrast baut eine unglaubliche Spannung auf.
Drive nimmt sich immer wieder viel Zeit. Fürs Fahren, ein wenig Nähe oder peinliche Gesprächspausen.
Die wenigen Dialoge sind allgemein eher wortkarg und zielgerichtet oder es wird komplett auf Text verzichtet und nur durch Bilder gesprochen.
Hektik und 17 Schnitte pro Sekunde, wären nicht das richtige für Drive und würden ihn zu einem gewöhnlichen Actionstreifen verkommen lassen.
Das ist auch dem Regisseur Refn bewusst gewesen. Drive wird von dramatischen Bildern dominiert. Schönes Licht und unspektakuläre aber gute Bildausschnitte, schaffen zusammen mit einer 80er-Jahre Filmmusik einen atmosphärischen Film.
Drive ist sehr intensiv. Ich saß wie hypnotisiert vor der Leinwand. Und das solltet ihr auch.
Geht ins Kino und verpasst den Film auf keinen Fall. Es ist jeden Cent wert.
Weitere Informationen unter:
- Offizielle Internetseite www.parked.ie
- Parked bei IMDB
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Trailer von Black Gold
War der Umgang mit Drogen und Tod in deiner Rolle schwer für dich? Es ist bizarr. Ich hatte meine Todesszene am Ende der ersten Woche. Ich hatte das ganze heftige Zeug zu Beginn und danach ging es eigentlich nur weiter. Wenn man nicht chronologisch dreht, dann weiß man wie man die Balance findet und sich auf solche Sachen vorbereitet. Es ist immer ein auf und ab, auf und ab. Versteh mich nicht falsch: Es ist komisch in einem Sarg zu liegen. Solche Sachen sind einfach seltsam, aber es ist wichtig es am Ende des Tages abzuschütteln. Der nächste Tag ist ein neuer Tag.
Hat dich der Film als Schauspieler weiter gebracht?
Ich denke ich habe viel gewonnen. Mit jedem Projekt wächst man als Schauspieler, du lernst und veränderst dich und wirst besser und lernst unter schwierigen Bedingungen zu arbeiten. Deswegen denke ich das man niemals aufhört zu lernen und sich zu entwickeln. Wir ändern uns jeden Tag, besonderen bei einem Film wie diesen. Einige Sachen wirken danach einfach viel einfacher.
Wie haben sie sich auf die Rolle des drogenabhängigen Cathels vorbereitet?
Ich hab viel gelesen. Ich lese für alles so viel es geht. Erfahrungsberichte von Personen die die gleiche Situation erlebt haben. Familienmitglieder, die ihre Angehörigen in solchen Situationen erlebt haben. Es ist interessant zu wissen was in ihnen vorgeht und was andere Menschen wahrnehmen. Man sieht also nicht nur die Bewegung, sondern den Grund dafür. Darragh und ich waren in einer Drogenklinik un Dublin und haben mit ein paar Typen gesprochen die uns gezeigt haben wie man sich Drogen spritzt. Das hat mir meine Augen geöffnet.
Hat dich der Film persönlich verändert?
Ich denke man sieht Obdachlose sehr oft, weiß aber nicht wie sie dort hingekommen sind. Was ist ihre Geschichte? Ich kenne Cathels und Freds, aber die echten Geschichten von der Straße kenne ich nicht. Diese Geschichten müssen auch erzählt werden, aber niemanden will sie hören.
In Mannheim haben wir nicht nur mit Colin Morgan gesprochen sondern auch noch mit dem Produzenten von Parked. Dominic Wright.
Wieso wollte Regisseur Darragh Byrne diese Geschichte erzählen?
Es war eine Geschichte die er sehr gerne erzählen wollte. Er hätte es auch als Doku machen können, es gab viele ähnliche Geschichten von Menschen die in ihren Autos wohnen, von Menschen die mit Drogenabhänigkeit kämpfen. Uns war klar, dass das Zusammenspiel beider Charaktere, die obdachlos und so weit weg von unserem Leben sind, ein sehr starker Weg ist die Geschichte zu erzählen.
Wieso ist der obdachlose Fred so sehr gepflegt?
Im Fall von Fred ist es wesentlich für den Charakter, er ist ein sehr stolzer Mann. Er will vor niemandem zugeben das er obdachlos ist, nicht mal vor sich selbst. Deswegen arbeitet er hart um für sein Aussehen.
Der rausgeputzte Fred läuft verträumt durch Dublin. Wieso sind viele dieser nachdenklichen Szenen im Film?
Der Charakter Fred ist nach Dublin zurückgekommen, was natürlich nicht mehr seine Heimat ist. Diese Szenen sind sehr wichtig, in denen man ihn einfach nur durch seine Stadt gehen sieht, die natürlich nicht mehr seine ist. Vor langer Zeit kam er aus Dublin, er war viele Jahre weg und jetzt ist er zurück an diesem Ort, an den er nicht gehört.
Waren sie politisch motiviert bei der Produktion des Films?
Es ist ein kleiner Teil, aber wir waren mit dem Film nicht politisch motiviert. Wir waren viel mehr bemüht das Leben und die Menschlichkeit der Charaktere dem Publikum näher zu bringen.
Also hatten sie gar keinen sozialkritischen Ansatz?
Es ist mit Sicherheit eine Geschichte über Soziale Probleme. Es sind einfach Fakten, so wie Sachen nun mal sind. Es ist ein Film über soziale Ungerechtigkeit und manchmal über zufällige Ungerechtigkeit. Ich denke unser Ziel war es, das Publikum in die Welt dieser sehr speziellen Charaktere zu bringen.
In Ein riskanter Plan spielt er eine für ihn fast ruhige Rolle. Bekannt als harter Actionknochen aus Avatar oder Terminator Salvation spielt Sam Worthington hier den Ex-Cop Nick Cassidy, der droht sich von einem Haus zu stürzen. Als die Polizei eintrifft um ihn zu retten, will er nur mit der Polizeipsychologin Lydia Mercer sprechen. Mercer (Elisabeth Banks) versucht Cassidy vom Haus zu holen, merkt aber schnell, dass es hier um keinen Selbstmord geht.
Die Idee, mit einem Selbstmord abzulenken, ist neu und zu großen Teilen gut umgesetzt, leider wiederholen sich Teile der Handlung im Film. Cassidy bringt die Schaulustigen immer wieder zum Schreien, in dem er zum Beispiel Geld vom Haus wirft, um sich mit der Ablenkung ein wenig mehr Zeit zu verschaffen. Das wird kombiniert mit einem Einbruch geklaut aus Mission-Impossible und Bilderarmut wie in Nicht auflegen!. Dazu kommt noch eine allgemein fehlende Liebe zum Detail.
So sah es auch bei den Schauspielern aus. Sie waren nicht schlecht, spielten aber oftmals ziemlich klischeehaft. Über Oscars wird hier sicherlich niemand reden.
Es wäre auch nicht nötig gewesen, dass die beiden weiblichen Rollen leichtbekleidet über die Leinwand springen. Aber wenn man schon eine heiße Latina gecastet hat, muss die sich selbstverständlich auch bis auf ihre rosa Unterwäsche ausziehen, auch wenn es evtl. ein wenig ablenkt.
Trotz all dem ist "Ein riskanter Plan" erstaunlich spannend, nicht zuletzt durch passende Musik, eine klare Erzählstruktur und weil wir miträtseln können was, als nächstes passiert.
Das größte Manko aber bleibt die Story. Sie wird gegen Ende so zufällig, dass niemand mehr an einen koordinierten Plan denken kann. Das sekundengenaue Timing des Anfangs, weicht komplettem Chaos in einem "Plan" der nur noch zum Ziel kommen kann, wenn zufällige Passanten im richtigen Moment durchdrehen.
Ich bereue es nicht, dass ich für "ein riskanter Plan" im Kino war. Ich wurde gut unterhalten. Regisseur Asger Leth hat aber leider verpasst einen wirklich außergewöhnlichen Film zu machen. Das Besondere fehlt einfach und ich bin mir sicher, dass ich in 3 Wochen nicht einmal mehr weiß, dass ich diesen Film überhaupt gesehen habe.
Trailer von Sex on the Beach
Daniel Weckert
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